Gedankenbilder, bestimmte Beziehungen und Vorgänge des historischen Lebens zu Bildern
eines widerspruchslosen Kosmos gedachter Zusammenhänge

 
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Der Idealtypus (auch: Idealtyp) ist ein von Max Weber erdachtes Begriffswerkzeug zur Untersuchung sozialer Tatbestände.

Da mit Begriffen die vielfältigen Ausprägungen von sozialen Phänomenen kaum zu beschreiben sind, hat Weber als besonderen Typ den Idealtypus in seinen soziologischen Arbeiten verwendet. Kontrastierend erscheint bei ihm (weniger ausgearbeitet) der Realtypus (Realtyp).

Ein Idealtypus ist eine exakte Beschreibung eines sozialen Tatbestands, wie zum Beispiel der Herrschaft oder Bürokratie. Er beinhaltet akzentuierte wesentliche Charakteristika dieses Tatbestands und erleichtert dadurch das Verstehen und Erklären eines Realtypus. Er ist demnach keine Definition.

Der Begriff des Idealtypus selbst ist allerdings missverständlich, da er umgangssprachlich einen idealen Typus nahe legt, d. h. normativ genommen werden könnte.

Die Kategorien und Gesetze, die die Gesellschaftswissenschaften bieten, sind nach Weber reine Gedankenbilder, die in ihrer begrifflichen Reinheit in der Wirklichkeit nirgends empirisch auffindbar sind.
Sie vereinigen "bestimmte Beziehungen und Vorgänge des historischen Lebens zu einem widerspruchslosen Kosmos gedachter Zusammenhänge". Diese gedanklichen Konstruktionen entstehen nicht durch einfache Zusammenfassung des Gemeinsamen in vielen Erscheinungen oder durch Durchschnittsbildung, sondern durch Stilisierung, Erfassen des Charakteristischen und die "gedankliche Steigerung bestimmter Elemente der Wirklichkeit".

Der so entstehende Idealtypus ist nach Weber keine Darstellung und keine Widerspiegelung der Wirklichkeit, sondern Fiktionen. Die Heraushebung einzelner Elemente erfolgt nicht gemäß einer historischen Wirklichkeit, sondern gemäß den Erkenntnisinteressen des Subjekts. Andererseits aber darf nach Weber das Gedankenbild keine Gedankenspielerei sein und die Wirklichkeit nicht ignorieren.

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